Das logistische Rückfallmodell bewertet die Wahrscheinlichkeit wiederholter Vorfälle häuslicher Gewalt auf der Grundlage verschiedener sozioökonomischer Merkmale, wie zum Beispiel das Alter von Opfer und Täter, die Anzahl der Kinder, der Beziehungs- und Beschäftigungsstatus, das Bildungsniveau, die Nationalität, die Kommunikationssprache, der Substanzmissbrauch des Täters sowie seine Rolle als Stiefelternteil.
Es ist wichtig zu beachten, dass dieses Modell auf der Grundlage eines sehr begrenzten estnischen Datensatzes entwickelt wurde. Aufgrund der geringen Stichprobengröße und des eng gefassten geografischen und soziokulturellen Rahmens sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Die Erkenntnisse lassen sich möglicherweise nicht über den spezifischen Kontext hinaus verallgemeinern, in dem die Daten erhoben wurden, und es besteht erheblicher Verbesserungsbedarf durch die Einbeziehung größerer, vielfältigerer Datensätze und eine weitere Verfeinerung des Modells. Daher sollte dieses Modell als ein Prototyp mit klarem Potenzial verstanden werden und nicht als ein fertiges oder definitives Prognoseinstrument.
Das Verständnis der Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von wiederholtem gewalttätigem Verhalten erhöhen, kann helfen, die Eskalation von Gewalt in Familien mit spezifischen Merkmalen vorherzusagen, was frühzeitigere Interventionen ermöglicht.